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Pressemitteilung zum Tod von Theo Hengesbach
Wir trauern um Theo Hengesbach.
Theo Hengesbach war seit 30 Jahren mit Leib und Seele in unserem Verein und als Sozialarbeiter im Kreuzviertel tätig.
Den Kreuzviertel-Verein würde es ohne ihn nicht geben. Theo Hengesbach hat den Ausschlag zu dessen Gründung nach seinem Studium der Sozialarbeit und seinem Anerkennungsjahr gegeben, das er zum Teil in der Katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde im Kreuzviertel geleistet hatte.
Eine umfassende Würdigung seiner Arbeit ist an dieser Stelle nicht möglich. Wir möchten uns auf einige Eckdaten beschränken.
In den 80er Jahren setzte sich Theo Hengesbach u. a. erfolgreich für die Rettung des Südwestfriedhofs, für einen verbesserten Schutz von Mieterinnen und Mietern vor Wohnungsspekulation und für den Erhalt der Tremoniasiedlung ein.
Er gründete und moderierte seit 1980 die „Dortmunder Altentreffen“, die sozialpoliti-sche Fragen aus der Sicht älterer Menschen diskutieren. Auch seine „Kreuzviertel-Gespräche“ zu aktuellen Themen erfreuten sich einer großen Beliebtheit und hatten eine Laufzeit von 18 Jahren.
Theo Hengesbach war einer der ersten, der sich der Verbesserung der Wohnsitua-tion älterer Menschen verschrieben hatte. Unterstützt vom nordrhein-westfälischen Sozialministerium, der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund hat er 1989 eine der ersten drei Wohnberatungsstellen in Deutschland aufgebaut.
In Dortmund war Theo Hengesbach u. a. regelmäßig an der Weiterarbeit der kom-munalen Altenarbeit beteiligt und hat sich erfolgreich für den Ausbau barrierearmer Wohnungen eingesetzt.
Seine engagierte, unermüdliche und einflussreiche Arbeit war von einem langen
Atem geprägt und ging weit über die kommunale Ebene hinaus. 1994 gründete er zusammen mit anderen die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. und 1999 in Dortmund die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW, dessen Sprecher er seitdem war.
Theo Hengesbach war gefragter Experte in vielen gerontologischen Fragen und brachte sein Wissen als Referent und Moderator bei Fachveranstaltungen, Projekten und verschiedenen landespolitischen Fachgremien ein, u. a. für den Unterarbeits-auschuss Seniorenarbeit und -politik der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW oder die Landesinitiative Demenz-Service NRW.
Theo Hengesbach bezog immer deutlich und kompromisslos Position ohne verlet-zend zu sein und erfuhr vielleicht auch deswegen großen Respekt und Anerkennung - auch und gerade von denen, die er kritisierte. Er behandelte alle Menschen gleich und fand zu den meisten von ihnen einen tiefen Zugang. Dabei stellte er sich selbst nie in den Vordergrund.
Er war ein glühender Verfechter der Gemeinwesenarbeit und setzte sich unentwegt für die Belange der Menschen ein, auch weit über gerontologische Fragestellungen hinaus. Dies tat er auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen und auch persönlich. Theo Hengesbach hatte immer ein offenes Ohr und wurde von vielen Menschen kontaktiert – als Helfer, Ratgeber, Experte oder Vermittler. Er brachte die Menschen und die Themen zusammen.
Theo Hengesbach verstarb am 15.11.09 an den Folgen einer Krebserkrankung. Über die Schwere seiner Krankheit hat er kaum gesprochen und bis zuletzt im Rahmen seiner Möglichkeiten für das gearbeitet, was ihm wichtig war – sozialpolitische Einflussnahme für das Wohl der Menschen und die Arbeit des Kreuzviertel-Vereins.
Wir haben mit Theo Hengesbach einen einzigartigen und unersetzbaren Menschen verloren, der uns persönlich und fachlich unendlich fehlen wird und sprechen ihm tiefe Dankbarkeit für all das aus, was er für uns und andere geleistet hat.
Elisabeth Brintrup
1. Vorsitzende
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