Verein für Gemeinwesen- und Sozialarbeit Kreuzviertel e.V. Dortmund
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Theo Hengesbach 25 Jahre Sozialarbeiter

Kreuzviertel-Verein weit über Dortmund hinaus Vorbild für andere
- 2004 -
Seit 25 Jahren ist Theo Hengesbach in Dortmund als Sozialarbeiter im Kreuzviertel und beim Kreuzviertel-Verein tätig. Schon früh machte er den demographischen Wandel zugunsten der älteren Generation zu seinem Thema. Durch die Verbindung von Einzelhilfe und Strukturverbesserung und Ausdauer bei der Verfolgung sozialer Ziele ist der Kreuzviertel-Verein zu einem unumstrittenen Bestandteil der Altenarbeit in Dortmund geworden und über die Stadtgrenzen hinaus zum Vorbild für andere.

Einmalige Projekte in Altenarbeit und Stadtteilarbeit

Nach dem Studium der Sozialarbeit leistete Theo Hengesbach 1979 sein Anerkennungsjahr beim Dortmunder Caritas-Verband, einen Teil davon in der Kath. Heilig-Kreuz-Gemeinde im Kreuzviertel. Diese beschäftigte ihn nach dem Anerkennungsjahr weiter in der Altenarbeit und Stadtteilarbeit und unterstützte zusammen mit der Ev. St.-Nicolai-Gemeinde die Gründung des Kreuzviertel-Vereins.
 
Als bundesweit einmaliges Projekt gibt es seit 1980, also seit 24 Jahren, die "Dortmunder Altentreffen", bei denen zweimal im Jahr im Kreuzsaal gesell-schaftspolitische Fragen aus der Perspektive der älteren Generation diskutiert werden. Vorbereitet werden die Altentreffen von einem generationenübergreifenden Arbeitskreis. Prominente Referenten waren zu Gast (vgl. Dokumentation "Am Puls der Zeit - Die Dortmunder Altentreffen 1980 - 2000"). Es gab 18 Jahre lang regelmäßig auch die "Kreuzviertel-Gespräche" zu aktuelle Themen.

Erfolge durch Kooperation

Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen - z.B. Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden, Bürgerinitiativen oder Mietervereinen - ist sicher eines der Erfolgsgeheimnisse des Kreuzviertel-Vereins. Er engagierte sich jahrelang und mit Erfolg für die Rettung des stadtteilintegrierten Südwestfriedhofs, für einen verbesserten Schutz von Mietern vor Wohnungsspekulation und für die Stadtteilentwicklung. So konnte z.B. die Tremoniasiedlung, die älteste Arbeitersiedlung Dortmunds, vor der Abrißbirne gerettet werden. Um diese Siedlung herum ist inzwischen ein aufblühendes innenstadtnahes Wohngebiet entstanden.

Aufbauarbeit in der Wohnberatung

Als vorbildlich gilt weithin die Wohnberatung für ältere Menschen, die sich der Kreuzviertel-Verein vor 15 Jahren in Dortmund zur Aufgabe gemacht hat. Unterstützt vom Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln, vom damaligen NRW-Sozialminister Hermann Heinemann und vom damaligen Dortmunder Sozialdezernenten Manfred Scholle, haben Theo Hengesbach und die seit 1986 ebenfalls beim Verein beschäftigte Sozialpädagogin Petra Bank eine intensive Informations- und Beratungsarbeit aufgebaut (vgl. Dokumentation "Der Kreuzviertel-Verein und die Wohnberatung - Aufbau, Erfolge und Perspektiven 1988 - 2000"). Die Selbständigkeit älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen wird durch die Anpassung der Wohnung an die veränderten Bedürfnisse möglichst lange gesichert. Seit 1989 wurden allein in Dortmund zu diesem Thema über 1000 Infomationsvorträge in Einrichtungen der Altenarbeit gehalten. Die Zahl der Teilnehmer würde eineinhalbmal die große Dortmunder Westfalenhalle füllen. Dazu kommen etwa 300 auswärtige Vorträge und Veranstaltungen. Tausende Dortmunder im ganzen Stadtgebiet wurden in diesen Jahren persönlich beraten.
 
Die Wohnberatung, die von 1989 bis 1992 von der Stiftung des Landes Nordrhein-Westfalen für Wohlfahrtspflege gefördert wurde, war so erfolgreich, daß die Landesregierung sie in den 2. Landesaltenplan aufnahm und in der Folgezeit bis zu 41 Beratungsstellen förderte. Inzwischen gibt es allein in Nordrhein-Westfalen fast 100 Wohnberatungsangebote.

Broschüren in Millionenauflagen und Zehntausende von Messebesuchern

Für das NRW-Sozialministerium betreute der Kreuzviertel-Verein zusammen mit der Dortmunder Agentur "bild-werk" die Erstellung mehrerer Broschüren zur Altenarbeit, deren Gesamtauflage inzwischen bei ca. 12 Millionen Exemplaren liegt (u.a. "Zuhause älter werden", "Unsere Pflegeversicherung in NRW", "Älter werden wir alle" und "Senioren-Wegweiser NRW"). Auch an der Entwicklung des seniorenpolitischen Informationsdienstes "transparent" (Auflage 45 000 Exemplare) war der Kreuzviertel-Verein beteiligt; er war von 1994 bis 2000 redaktionell verantwortlich für dieses vierteljährlich erscheinende Veröffentlichungsblatt des NRW-Sozialministeriums.
 
Theo Hengesbach hat mit "bild-werk" für das Sozialministerium auch das Konzept der Senioren-Messe mitentwickelt und die Veranstaltungen 1994, 1996, 1998 und 2001 mit vorbereitet und dort moderiert. Die Messen fanden in Düsseldorf und Essen statt und hatten Zehntausende von Besuchern. Mittlerweile wird Theo Hengesbach als Veranstaltungsmoderator immer wieder von Verbänden und Kommunen angefordert.

Steuergelder in guten Händen

Der Kreuzviertel-Verein hat für das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Dortmund ca. 40 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 9 Millionen DM bzw. 4,6 Millionen Euro abgewickelt, ohne daß es Beanstandungen gab. Ge-prüft wurde der Verein u.a. vom Finanzamt, von der Stadt Dortmund, vom Versorgungsamt Düsseldorf und vom Landesrechnungshof.

Beratung und Politik

Der Kreuzviertel-Verein ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. und einer der Initiatoren und Sprecher der 1999 gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW. In der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) haben sich fast alle Wohnberatungsstellen zum Zweck der politischen Interessenvertretung und der gegenseitigen Hilfe organisiert. Sie nehmen jedes Jahr mit einem Stand und täglichen Veranstaltungen an der RehaCare, der weltweit größten Messe zu Behinderung und Pflege, in Düsseldorf teil.
 
Ein seit 1999 jährlich erscheinendes Verzeichnis aller Wohnberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen hat eine Gesamtauflage von bisher 50 000 Exemplaren erreicht. Die LAG und die Landesseniorenvertretung NRW haben eine gemeinsame Stellungnahme zu Wohnangeboten fürs Alter verabschiedet (Memorandum "Wohnangebote fürs Alter - kritisch gesehen"; siehe www.lsv-nrw.de und www.wohnberatungsstellen.de). Kooperationspartner sind auch die Gesellschaft für Gerontotechnik, das Forschungsinstitut Technologie-Behindertenhilfe und das Forum Seniorenarbeit NRW von Senioren OnLine. Die LAG war 2003 auch an einer Tagung der Landesseniorenvertretung NRW und des Landtagspräsidenten zu Leistungen und Bedürfnissen von pflegenden Angehörigen beteiligt.
 
Für die LAG Wohnberatung NRW sprach Theo Hengesbach zweimal bei Gesetzesanhörungen im Landtag. Es gibt gute Kontakte zu den Fraktionen im Landtag von Nordrhein-Westfalen, die die Wohnberatung für die nächsten Jahre von den Mittelkürzungen ausgenommen haben.

Gefragter Ratgeber

Im Jahr 2000 wurde Theo Hengesbach von Birgit Fischer, Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen, in die Landesseniorenkonferenz berufen. Die Landesseniorenkonferenz soll die dialogorientierte Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und relevanten seniorenpolitischen Akteuren fördern.
 
Die Stadt Dortmund beteiligt den Kreuzviertel-Verein an der Weiterentwicklung der kommunalen Altenarbeit - wie schon vor zehn Jahren, als der Dortmunder Altenplan gründlich überarbeitet wurde. Auch im Kreis der Wohlfahrtsverbände ist der Verein vor Ort und auf Landesebene aktiv. Anfragen zu seiner Arbeit bekommt er auch aus anderen Bundesländern, aus der Schweiz, aus Österreich und anderen Staaten.

Politische Anerkennung

Die nordrhein-westfälische Sozialministerin Birgit Fischer zählt den Kreuzviertel-Verein zur Gruppe "mutiger Pioniere, die neue Herausforderungen erkennen, Lösungen anbieten und in die Tat umsetzen". Landtagspräsident Ulrich Schmidt bedankte sich bei Petra Bank und Theo Hengesbach "für ihren unermüdlichen Einsatz" in der "segensreichen Vereinsarbeit für eine Generationen übergreifende solidarische Gesellschaft". Dortmunds Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer sieht in den Leistungen des Kreuzviertel-Vereins ein wichtiges altenpolitisches Standbein der Dortmunder Seniorenarbeit. Für die Dokumentation über den Kreuzviertel-Verein und die Wohnberatung schrieben außerdem viele andere Unterstützer und Kooperationspartner aus Politik, Wohlfahrtspflege, Kirche und Wissenschaft Beiträge, darunter Hermann-Josef Arentz (CDU), Klaus Bremen (DPWV), Ulla Burchardt (SPD), Werner Göpfert-Divivier (ISPO), Franz Müntefering (SPD), Christa Osbelt und Wolfgang Schäfer (LWL).

Auszeichnungen

Schon 1988 ging der Kreuzviertel-Verein aus dem Wettbewerb "Gesucht: Zukunftsideen" mit der Idee der Wohnberatung für ältere Menschen als Sieger hervor. Der Wettbewerb wurde veranstaltet von der Robert-Jungk-Stiftung Salzburg, der Zukunftswerkstatt Ratingen, der Westfälischen Rundschau Dortmund und der Volkshochschule Dortmund.
 
Im Jahr 1999 wurde der Verein bei der Verleihung des Robert-Jungk-Preises NRW für seine langjährige gemeinwesenorientierte Altenarbeit als "Zukunftsprojekt" ausgezeichnet. Die Auszeichnung erfolgte durch das Städte-Netzwerk NRW, die Robert-Jungk-Stiftung Salzburg und das Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.
 

Auf Dauer: gut!

Die ungewöhnliche personelle Kontinuität beim Verein ist wohl ein weiterer Grund für die erfolgreiche Arbeit. Theo Hengesbach und Petra Bank hatten mit sechs NRW-Sozialministern, drei Dortmunder Sozialdezernenten und vielen maßgeblichen Sozialpolitikern persönlichen Kontakt. Heute sagen sie: "Wir freuen uns, daß wir mit den meisten davon auch nach deren Wechsel in andere Aufgaben weiter ein gutes Einvernehmen haben."
 
Denn nicht nur die jetzigen Amtsinhaber - wie der Dortmunder Sozialdezernent Siegfried Pogadl -, sondern auch ihre Vorgänger - etwa Landesdirektor Wolfgang Schäfer vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe - haben dazu beigetragen, die Wohnberatung zu erhalten. Die Finanzierung der Wohnberatung ist nach dem Ausstieg der Pflegekassen aus der Finanzierung der Beratungsarbeit ungesichert; Defizite bis zu 40.000 Euro sind in einigen Städten die Folge. Der Kreuzviertel-Verein konnte aber auch mit Spenden aus der Dortmunder Bürgerschaft seine Arbeit trotz eines verbleibenden Defizits bisher aufrechterhalten. Die Wohnberatung ist unverzichtbar. Sie ist eine der zentralen Antworten auf den demographischen Wandel!
 
Spenden für diese Arbeit können auf das Konto 230 1178 100 bei der Dortmunder Volksbank (BLZ 441 600 14) überwiesen werden; sie sind steuerlich absetzbar.
 
Weitere Informationen: Kreuzviertel-Verein, Kreuzstr. 61, 44139 Dortmund, Telefon und Fax: 02131/124676, www.kreuzviertel-verein.de
 
Brigitte Schero, Vorsitzende

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