Verein für Gemeinwesen- und Sozialarbeit Kreuzviertel e.V. Dortmund
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Theo Hengesbach seit 30 Jahren Sozialarbeiter

Wohnberatung für ältere Menschen über Dortmund hinaus vorbildlich
- 2009 -
Seit 30 Jahren ist Theo Hengesbach in Dortmund als Sozialarbeiter im Kreuzviertel und beim Kreuzviertel-Verein tätig. Schon früh machte er den demographischen Wandel zu seinem Thema. Durch die Verbindung von Einzelhilfe und Strukturverbesserung und Ausdauer bei der Verfolgung sozialer Ziele ist der Kreuzviertel-Verein zu einem über Dortmund hinaus anerkannten Akteur in der Altenarbeit geworden.
 
Sozialarbeit gilt nicht gerade als besonders aufregend oder abwechselungsreich. Doch das kann sie sein, wenn man in der Altenarbeit tätig ist und beim Dortmunder Kreuzviertel-Verein arbeitet wie Theo Hengesbach.
 
Nach dem Studium der Sozialarbeit leistete er im Jahr 1979 sein Anerkennungsjahr beim Caritas-Verband, einen Teil davon in der Kath. Heilig-Kreuz-Gemeinde im Kreuzviertel. Die Gemeinde beschäftigte ihn nach dem Anerkennungsjahr weiter in der Altenarbeit und Stadtteilarbeit und unterstützte zusammen mit der Ev. St.-Nicolai-Gemeinde die Gründung des Kreuzviertel-Vereins.
 

Erfolge für die Menschen in der Stadt

Der Kreuzviertel-Verein engagierte sich jahrelang und mit Erfolg für die Rettung des Südwestfriedhofs, für einen verbesserten Schutz von Mietern vor Wohnungsspekulation und für die Erhaltung der Tremoniasiedlung, der ältesten Arbeitersiedlung Dortmunds. Um diese Siedlung herum ist inzwischen ein aufblühendes innenstadtnahes Wohngebiet für Jung und Alt entstanden.
 

Mitreden und einmischen

Als bundesweit einmaliges Projekt gibt es seit 1980, also seit 29 Jahren, die „Dortmunder Altentreffen“, bei denen zweimal im Jahr im Kreuzsaal gesell-schaftspolitische Fragen aus der Perspektive der älteren Generation diskutiert werden. Es gab 18 Jahre lang regelmäßig auch die „Kreuzviertel-Gespräche“ zu aktuellen Themen. In beiden Fällen war anfangs nicht absehbar, daß die Veranstaltungsreihen eine so lange Laufzeit haben würden.
 

Schrittmacher beim Wohnen im Alter

Bundesweite Schrittmacherfunktion hatte der Kreuzviertel-Verein beim Thema Wohnen im Alter. Von manchen zunächst belächelt, aber unterstützt vom NRW-Sozialministerium und der Stadt Dortmund, haben Theo Hengesbach und die seit 1986 ebenfalls beim Verein beschäftigte Sozialpädagogin Petra Bank eine der drei ersten Wohnberatungsstellen für ältere Menschen in Deutschland aufgebaut.
 

Information und Beratung

Beraten werden ältere, behinderte und pflegebedürftige Menschen zu allen Fragen des Wohnens im Alter, etwa zur Unfallvermeidung, zur Barrierefreiheit und zu Hilfen für Demenzkranke.
 
Seit 1989 wurden dazu allein in Dortmund 2.000 Informationsvorträge in Einrichtungen der Altenarbeit gehalten. Dazu kommen zahlreiche auswärtige Vorträge und Veranstaltungen. Tausende Dortmunder im ganzen Stadtgebiet wurden in diesen Jahren persönlich beraten. Selbstverständlich kommt die Wohnberatung dazu in die Wohnungen, um vor Ort zu helfen.
 

Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe

Zum Wohnen im Alter ist in Dortmund eine bemerkenswerte Zusammenarbeit entstanden zwischen Wohlfahrtsverbänden, Wohnungsunternehmen, Sozialamt, Wohnungsamt und anderen. Altersgerechte Wohnmöglichkeiten sind ein Pluspunkt für jede Stadt. Auch das städtische Wohnungsunternehmen DOGEWO21 kooperiert eng mit dem Kreuzviertel-Verein und baut 1600 Wohnungen im Bestand barrierearm um.
 
Die Stadt Dortmund beteiligt den Kreuzviertel-Verein regelmäßig an der Weiterentwicklung der kommunalen Altenarbeit. Auch im Kreis der Wohlfahrtsverbände ist der Verein vor Ort und auf Landesebene aktiv.
 
Als vor einigen Jahren die Förderung der Wohnberatung eine Finanzierungslücke aufwies, kam der Wohnberatung aus der Dortmunder Bürgerschaft ein parteiübergreifendes breites Bündnis zu Hilfe. Daher kann die Dortmunder Wohnberatung jetzt auf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurückblicken.
 

Wohnberatung landesweit

Die Wohnberatung in Dortmund war so erfolgreich, daß die Landesregierung 1992 ein bis heute laufendes Förderprogramm auflegte. Heute gibt es in Nordrhein-Westfalen über 100 Wohnberatungsangebote. NRW ist das einzige Bundesland mit einem fast flächendeckenden Netz an Wohnberatungsstellen.
 
Der Kreuzviertel-Verein war 1994 Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.
 
Im Jahr 1999 wurde in Dortmund die Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW gegründet, deren Sprecher der Kreuzviertel-Verein seitdem ist. Ein jährlich erscheinendes Verzeichnis aller Wohnberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen hat eine Gesamtauflage von bisher 100 000 Exemplaren erreicht.
 

Kontakte zu Landtag und Regierung

Zu den Aufgaben von Theo Hengesbach gehören Kontakte zum Landtag und zu Ministerien, etwa die Mitwirkung bei Gesetzesanhörungen und in Fachgremien.
 
Mit der Dortmunder Agentur „bild-werk“ wurden für die Landesregierung Broschüren zur Altenarbeit mit einer Gesamtauflage von ca. 12 Millionen Exemplaren erstellt (u.a. „Zuhause älter werden“, „Unsere Pflegeversicherung in NRW“, „Älter werden wir alle“ und „Senioren-Wegweiser NRW“) und das Konzept der Senioren-Messe entwickelt. Die Messen in Düsseldorf und Essen hatten jeweils Zehntausende von Besuchern.
 
Streßfrei war das alles nicht in den vergangenen 30 Jahren, zumal der Verein bei seiner Arbeit nicht nur unter einem hohen Leistungsdruck stand, sondern zusammen mit den anderen Wohnberatungsstellen immer wieder auch um die Weiterfinanzierung kämpfen mußte. Doch in demselben Maße, in dem das Wohnen im Alter zu einem zentralen Thema der Seniorenpolitik und der Wohnungspolitik geworden ist, ist auch die Zustimmung zur Arbeit des Kreuzviertel-Vereins gewachsen – vor Ort, aber auch auf Landes- und Bundesebene.
 
Ein langer Atem und eine ungewöhnliche personelle Kontinuität sind wohl Gründe für die erfolgreiche Arbeit des Kreuzviertel-Vereins, bei der nach wie vor fast jeder Tag etwas Neues bringt.
 

Weitere Informationen:

  • Kreuzviertel-Verein, Kreuzstr. 61, 44139 Dortmund, Telefon und Fax: 02131/124676, www.kreuzviertel-verein.de
  • Dokumentation „Am Puls der Zeit - Die Dortmunder Altentreffen 1980 - 2005“
  • Dokumentation „Der Kreuzviertel-Verein und die Wohnberatung - Aufbau, Erfolge und Perspektiven 1988 - 2000“
Elisabeth Brintrup-Doll, Vorsitzende
 
Wohnberatung Dortmund
c/o Kreuzviertel-Verein
Kreuzstr. 61
44139 Dortmund
Tel. 0231/124676
kontakt@kreuzviertel-verein.de
www.kreuzviertel-verein.de

 

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